Geschichte

Am 28.  Januar 1872 war es, als in Lauterbach (damals eine eigenständige Nachbargemeinde von Stolpen) ein Feuer ausbrach und man Hilfe benötigte. Der viele Schnee aber bewirkte, das die rettende Spritze erst aus dem Schnee geschaufelt werden musste, und somit die Hilfe versagt blieb.

Daraufhin regte der Bürger Reichmann mit einem Aufruf an die Stolpener die Bildung einer Wehr, gegen insbesondere die Feuergefahr an. Dem Aufruf folgten eine Vorbesprechung und schließlich die Gründungsversammlung am 17. März 1872. Noch im gleichen Jahr erhielt die Rettungskompanie den Namen Freiwillige Feuerwehr.

Mit geborgten Geld, eigenen Beiträgen und durch Schuldenübernahme der Stadt wurden 38 Männer mit einer eigenen Spritze, Helmen, Leibriemen, Sommerblusen und Winterjoppen ausgestattet.

Am 6. März 1873 trat die Wehr dem Sächsischen Feuerwehrverband bei.

Im Jahre 1928 wurde eine Samariterkolonne gegründet.

In den ersten 60 Jahren seit der Gründung gab es 110 Brandbekämpfungen zu verzeichnen. Dazu kamen zahlreiche Sondereinsätze wie Hochwasser in den umliegenden Gemeinden oder die Bergung einer weiblichen Leiche aus dem Burgbrunnen im Jahre 1933

Im Mai 1932 erwarb man eine Motorspritze der Firma Fischer aus Görlitz und montierte sie auf dem Wiegand’schem Wagen. Das war sozusagen das erste Feuerwehrauto in Stolpen.

Mit einem Bestand von 60-80 aktiven Kameraden und 30 passiven Mitgliedern zählte die Feuerwehr zu den größten Stolpener Vereinen.

Einen der schlimmsten Einsätze für die Feuerwehr gab es im Februar 1945: Die Kameraden halfen die Toten und Verschütteten aus den Trümmern der zerbombten Stadt Dresden zu bergen.

Im Jahre 1970 mussten die Kameraden einen komplett zugewehten Eisenbahnzug aus dem Schnee schaufeln.

Die Ortsteilwehr Altstadt vereinigte sich im Jahre 1975 mit der Ortswehr Stolpen. Nun hatte die Wehr wieder Ihren personellen Sollbestand laut Feuerwehrverordnung. In dieser Zeit wurde auch die Brandschutzgruppe gegründet, in der vor allem ältere und erfahrene Kameraden auf dem Gebiet des vorbeugenden Brandschutzes mitwirkten.

1982 erfolgte der Aufbau des „diensthabenden Systems“ im Wirkungsbereich Stolpen.

Zur Wendezeit konnte die Wehr ein Tanklöschfahrzeug (IFA W50 LA) , ein Löschgruppenfahrzeug 8 TS ( Robur Lo) und eine Anhängeleiter ihr eigen nennen.

Im vereinten Deutschland entstanden freundschaftliche Beziehungen zu den Wehren Garching/Alz (Bayern), Schnaittenbach (Bayern), und Amöneburg (Hessen).

1994 wurden durch Eingemeindung der umliegenden Ortsteile die Wehren Stolpen Heeselicht, Langenwolmsdorf, RennersdorfLauterbach und Helmsdorf zur Löschgemeinschaft Stolpen zusammengeschlossen.